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Wissen · Kontaktlinsen

Wie werden Kontaktlinsen hergestellt? Drehen, Gießen und Schleudern

Kontaktlinsen werden auf drei Hauptwegen hergestellt: Gießen, Schleuderguss (Spin Casting) und Drehen. Die meisten Tages- und Monatslinsen werden in Millionenstückzahl gegossen. Individuelle Linsen wie formstabile, Sklerallinsen, torische Linsen und Keratokonuslinsen werden dagegen meist einzeln mit einem Werkzeug aus monokristallinem Diamant gedreht. Dieser Ratgeber stellt die drei Verfahren vor und begleitet dann eine gedrehte Linse vom Rohling bis zur fertigen Linse.

Eine klare Kontaktlinse wird auf einer Präzisionsdrehmaschine mit einem kleinen Werkzeug aus monokristallinem Diamant gedreht

Drei Wege, Kontaktlinsen herzustellen

VerfahrenPrinzipTypische Linsen
GießenFlüssiger Werkstoff wird zwischen einer Vorder- und einer Rückform polymerisiertWeiche Tages-, Zweiwochen- und Monatslinsen
SchleudergussFlüssiger Werkstoff wird in einer rotierenden Form geschleudert und dann polymerisiertManche weichen Linsen
DrehenDie Linse wird aus einem festen Rohling auf einer Präzisionsdrehmaschine mit Diamantwerkzeug geschnittenFormstabile Linsen, Sklerallinsen, Ortho-K-, torische, Keratokonuslinsen und andere individuelle Linsen

Beim Gießen ist bei großen Stückzahlen derselben Linse nichts schneller. Beim Drehen ist nichts flexibler: jede Kurve, jeder Durchmesser, jede Stärke, ab einer einzigen Linse. Deshalb arbeiten Labore für Spezial- und Maßlinsen mit Drehmaschinen. Auch die Formen für das Gießen werden oft durch Diamantdrehen hergestellt.

Der Linsenrohling

Eine gedrehte Linse beginnt mit einem Rohling: einer kleinen Scheibe aus Linsenwerkstoff, meist 12–16 mm im Durchmesser und einige Millimeter dick. Formstabile Linsen werden aus gasdurchlässigen Werkstoffen wie Fluor-Silikon-Acrylaten gedreht. Weiche Hydrogellinsen werden gedreht, solange der Werkstoff noch trocken und hart ist; weich werden sie erst am Ende, durch die Hydratation.

Das Drehen, Schritt für Schritt

  1. Rohling spannen. Der Rohling wird auf der Drehmaschine in einem Dorn oder Halter gespannt, exakt zentriert.
  2. Rückfläche drehen. Eine CNC-Drehmaschine mit sehr präziser Spindel dreht den Rohling, während ein kleines Diamantwerkzeug mit Radius die Rückfläche schneidet, also die Fläche, die auf dem Auge liegt.
  3. Vorderfläche drehen. Die Linse wird umgespannt, und die Vorderfläche wird gedreht. Sie bestimmt die optische Stärke und kann bei torischen und multifokalen Linsen komplexe, nicht runde Formen haben.
  4. Rand bearbeiten. Der Linsenrand wird geformt und geglättet, denn er bestimmt einen Großteil des Tragekomforts.
  5. Bei Bedarf polieren. Eine leichte Politur kann Werkzeugspuren entfernen. Mit einem scharfen Diamantwerkzeug auf einer stabilen Drehmaschine drehen viele Labore polierfrei.
  6. Kontrolle. Kurven, Dicke, Stärke und Rand werden gemessen und unter Vergrößerung geprüft.
  7. Hydratation bei weichen Linsen. Die gedrehte, noch harte Linse wird in Wasser gelegt; sie nimmt Wasser auf, quillt in bekanntem Maß und wird weich. Dann wird sie sterilisiert und verpackt.

Warum das Diamantwerkzeug wichtig ist

Die Fläche einer Linse ist eine optische Fläche. Jede Werkzeugspur streut Licht und kann Sehen und Tragekomfort beeinträchtigen: Die Schneide muss deshalb extrem scharf, glatt und gleichmäßig sein. Genau das bietet monokristalliner Diamant: Naturdiamant oder MKD mit einer Schneide, die auf einen präzisen Radius poliert ist und die Fläche optisch sauber von der Drehmaschine kommen lässt.

  • Schrupp- und Schlichtwerkzeuge: Viele Labore verwenden ein Werkzeug, um den Werkstoff schnell abzutragen, und ein zweites, schärferes für den letzten Schnitt.
  • Der Werkzeugradius und die Qualität der Schneide auf diesem Radius bestimmen die Oberflächengüte.
  • Schneidenverschleiß zeigt sich direkt an der Linse. Wirken die Linsen trüb oder brauchen sie mehr Politur, muss das Werkzeug nachgeschliffen werden.
  • Intraokularlinsen entstehen auf dieselbe Weise, mit noch strengeren Anforderungen; ihre kleinen Haltebügel (Haptiken) werden mit winzigen Diamantfräsern gefräst.

Wo Bulunmaz ins Spiel kommt

Bulunmaz fertigt Werkzeuge aus monokristallinem Diamant für Kontaktlinsen- und Intraokularlinsen-Drehmaschinen, aus Naturdiamant und MKD: Schrupp- und Schlichtwerkzeuge, Wendeschneidplatten und Haptikfräser, passend zum Werkzeughalter Ihrer Drehmaschine. Wir schleifen sie auch nach. Linsen stellen wir nicht her. Sehen Sie unsere Diamantwerkzeuge für Linsendrehmaschinen an, oder senden Sie uns Ihr Drehmaschinenmodell und Ihr aktuelles Werkzeug für ein Angebot.

Häufige Fragen

Wie werden Kontaktlinsen hergestellt?
Auf drei Hauptwegen. Beim Gießen wird ein flüssiger Werkstoff zwischen zwei Formhälften polymerisiert; so entstehen die meisten Austauschlinsen. Beim Schleuderguss wird der flüssige Werkstoff in einer rotierenden Form geschleudert. Beim Drehen wird die Linse aus einem festen Rohling auf einer Präzisionsdrehmaschine mit Diamantwerkzeug geschnitten, vor allem für individuelle und Speziallinsen.
Warum werden manche Kontaktlinsen gedreht?
Weil das Drehen jede Geometrie in kleinen Stückzahlen fertigen kann, auch eine einzelne Linse. Das ist ideal für formstabile Linsen, Sklerallinsen, Ortho-K-Linsen, torische Linsen und Keratokonuslinsen, die oft nach den Maßen eines einzelnen Auges gefertigt werden.
Was ist ein Kontaktlinsenrohling?
Eine kleine Scheibe aus festem Linsenwerkstoff, meist 12–16 mm im Durchmesser und einige Millimeter dick, im Englischen „button“ genannt. Aus ihr wird die Linse auf der Drehmaschine geschnitten. Weiche Linsenwerkstoffe werden im trockenen, harten Zustand gedreht und werden erst durch die Hydratation weich.
Warum werden Kontaktlinsen mit einem Diamantwerkzeug gedreht?
Die Linsenfläche ist eine optische Fläche: Jede Werkzeugspur beeinflusst Sehen und Tragekomfort. Ein Werkzeug aus monokristallinem Diamant, Naturdiamant oder MKD, hat eine so scharfe und gleichmäßige Schneide, dass die Fläche nach dem Drehen wenig oder gar keine Politur braucht.
Was bedeutet polierfreies Drehen?
Die Linsenflächen so gut zu drehen, dass danach keine Politur mehr nötig ist. Das spart Zeit und erhält die gedrehte Form exakt, verlangt aber eine sehr scharfe, einwandfrei gepflegte Diamantschneide und eine sehr stabile Drehmaschine.

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